Sonntag, 4. Januar 2009

Gemüse des Jahres 2009

geöffnete Erbsenschote

Die Erbse
Erbse
frische Erbsen
Die Erbse (Lateinisch Pisum sativum),
auch Gartenerbse oder Speiseerbse genannt, ist eine Pflanzenart
aus der Unterfamilie Schmetterlingsblütler,
innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler.
Blühende Gartenerbse
Die Erbse stammt ursprünglich aus Kleinasien und ist seit Jahrtausenden eine wichtige Nutzpflanze. Sie war früher ein wichtiger Protein-Lieferant für die menschliche Ernährung. Heute wird sie vor allem als Gemüse und als Tierfutter verwendet.

Verwendung
Der größte Teil der Trockenerbsen wird in der Tierernährung als Erbsenschrot verfüttert, ebenso Erbsenfuttermehl aus der Nahrungsmittelproduktion und Erbsenkleie als Rückstand in der Schälmüllerei. Auch Erbsenstroh wird wegen seines hohen Nährstoffgehalts verfüttert. Weiters wird die Erbse als Grünfutter und als Gründünger verwendet.

Für die menschliche Ernährung wurden ursprünglich ebenfalls Trockenerbsen verwendet, die hauptsächlich als Mus zubereitet wurden.
Heute noch verbreitet ist die Erbsensuppe.
Im 19. Jahrhundert entstand die Erbswurst.
Instantsuppe
Getrocknete Erbsen werden als ganze Erbsen (mit Samenschale)
oder als halbe Erbsen (deren Samenschale entfernt wurde) benutzt.

Heute werden Erbsen in Mitteleuropa hauptsächlich grün zubereitet.
Seltener frisch, da Erbsen nicht besonders lange haltbar sind und rasch an Geschmack verlieren. Häufiger finden Erbsen in Form von Konserven und tiefgekühlt Verwendung.
Im Gegensatz zu früher wird sie als Gemüsebeilage verwendet, weniger als Hauptnahrungsmittel.
Blaue Gemüseerbsen
Inhaltsstoffe
Grüne, unreife Erbsen enthalten 18 bis 20 Prozent Trockensubstanz, die sich folgendermaßen verteilt: 5-8 % Protein, 0,5 % Fett, 10-15 % Kohlenhydrate. Reife Samen enthalten 20-25 % Eiweiß, 1-3 % Fett und 60 % Kohlenhydrate. Marquard gibt folgende Prozentzahlen, bezogen auf das Trockengewicht, an: 25,7 % Rohprotein, 1,4 % Rohfett, 53,7 % Kohlenhydrate, 18,7 % Ballaststoffe und 2,9 % Mineralstoffe.[2]

Die für den Menschen essentiellen Aminosäuren sind in Erbsen wie folgt vorhanden (in Gramm pro 16 Gramm Stickstoff): (Cystein 1,0), Methionin 0,9, Lysin 7,3, Isoleucin 4,2, Leucin 7,0, Phenylalanin 4,4, (Tyrosin 3,1), Threonin 3,8, Tryptophan 1,5, Valin 4,7.

Der durchschnittliche Mineralstoffgehalt beträgt:
Makroelemente (in Prozent der Trockenmasse): Calcium 0,06, Phosphor 0,42, Natrium 0,03, Kalium 1,06, Magnesium 0,13.
Mikroelemente (in mg pro kg): Eisen 56, Zink 39, Mangan 14, Kupfer 8.

Trockenspeiseerbsen besitzen einen Tanningehalt von 0,9 bis 1,4 %, der Tanningehalt von Futtererbsen liegt zwischen 1,5 und 2,5 %.

Erbsen enthalten wie die meisten Leguminosen Phytoöstrogene, die die Fruchtbarkeit von Säugetieren reduzieren. In Indien verwendeten Frauen Suppe aus Erbsenhülsen zur Verzögerung der Empfängnis.

Erbsensamen enthalten in geringem Ausmaß auch cyanogene Glycoside (Linamarin), etwa 2,3 mg HCN pro 100 g.
Blüte von blauen Erbsen
Brauchtum
Als uralte Kulturpflanze spielt die Erbse auch in Sagen und Märchen eine große Rolle.
Als Beispiel diene nur das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse, oder auch Aschenputtel. Erbsenmus galt auch als Lieblingsspeise von Zwergen und Heinzelmännchen. Absichtlich ausgestreute Erbsen verrieten aber Letztere, woraufhin sie Köln verließen.

Erbsen galten auch als Totenspeise.
Die erste Erwähnung diesbezüglich stammt aus dem Ägypten der 12. Dynastie (1900 v. Chr.). Auch in Mitteleuropa war die Erbse eine Totenspeise.
Wer in der Karwoche Erbsen aß, sollte bald eine Leiche im Haus haben.
Auch das Verspeisen von Erbsen während der zwölf Rauhnächte sollte zu verschiedenen Unglücksfällen führen.

In Böhmen war es Brauch, am Heiligen Abend in die Ecken der Stuben kreuzweise Erbsenmus zu streuen, wohl ein Relikt aus der Verehrung der Totengeister, später diente als Erklärung für die Mäuse.

In manchen Gegenden ist Erbsensuppe fixer Bestandteil des Leichenschmauses, so in Mecklenburg. In Freiburg im Breisgau wurde sie bei der Totenwache gereicht.

Erbsen galten auch als Fruchtbarkeitsbringer, da die verstorbenen Ahnen auch die Fruchtbarkeit brachten.

Einige Bräuche in diesem Zusammenhang (waren) sind:
Erbsen als erstes Futter für die Schweine an Neujahr (Ostpreußen);
Schlagen eines Sackes mit Erbsen an Obstbäume,
damit sie soviel Früchte wie Erbsen im Sack tragen;
Erbsen als Hochzeitsspeise;
Erbsen zum Bewerfen des Brautpaares.

Als Fruchtbarkeitsbringer sei auch der Erbsenbär erwähnt, der etwa im rheinländischen Karneval oder im alemannischen Raum vorkommt, oder in Ostdeutschland bis ins 20. Jahrhundert Bestandteil des Brautzugs war.
Erbsenbär
Der Erbsenbär in germanischer Zeit als Verkörperung des Gewittergottes Donar (Thor), von daher kommt auch der Brauch in
manchen Gebieten Deutschlands, am Donnerstag Erbsensuppe zu essen zum Beispiel
im Schwäbischen.