Samstag, 18. April 2015

Ein Frühlingstag




ANTON WILDGANS

Ein Österreichischer Lyriker und Dramatiker.






Hans am Ende, Frühlingstag.


Ein Frühlingstag


Und wieder rührte sich der Erde Schoß
In Frühlingswehen, und der Föhn war los.
Kam über blaue Berge hergefacht
Und weckte all Gedränge über Nacht.
Aus holperiger Höfe Pflasterritz
Schoß lieben Unkrauts grüner Aberwitz.
Selbst auf berußter Stadtbahnböschung war
Zart hingesprenkelt heller Primeln Schar.
Und als ich früh im Parke mich erging,
Trug jedes Zweiglein ein grüngolden Ding.
Beim Schlehdornstrauch, der blühte, stand ein Greis:
Beim Weiß des Frühlings Alters Silberweiß.
Und Kinder schlenkerten an Mutterhand
Die kurzen, plumpen Beinchen übern Sand.
Und alles, was in lichten Farben kam,
Schien freigeräumt von Sorge, Zwist und Gram.
Fernabgedämpft der Straßen Wirrgedröhn
Half nur, des Parkes Stille zu erhöhn.
Einander haschend hoch im Frühlingswind
Trieb zarter Wölkchen blondes Ingesind.

Da plötzlich, wie ein roher Peitschenknall,
An Weges Biegung Pulverblitz und -schall!
Aus einer schwergefurchten Arbeitshand
Fiel eine Waffe rauchend in den Sand.
Ein grauer Klumpen wie ein Schatten sank
Von einer heiter-übersonnten Bank.
Gebrochne Augen, aufgesprengte Stirn,
Gewühlt in eine Pfütze Blut und Hirn! –
Auf einmal sind die Häuser nahgerückt
Und wie mit irren Augen hergebückt.
Vom Schlachthaus nebenan der Ziegelschlot
Droht wie ein Finger auf zu Gott blutrot.
Von Dunst verschüttet, ist das Sonnenlicht
Jetzt gelb wie Eiter, der aus Schwären bricht.
Und blaugedunsen nieder in den Rauch
Lastet der Himmel wie ein trächtiger Bauch,
Aus dem dereinst, wenn alle Maße voll,
Der Rächer jener niederkommen soll,
Die, so wie wir mit Herz und Wunsch begabt,
An solchem Frühlingstag kein Teil gehabt.

Anton Wildgans








Anton Wildgans 
* 17. April 1881 in Wien; † 3. Mai 1932 in Mödling, Niederösterreich, 
war ein österreichischer Lyriker und Dramatiker.





© MKF


                        
Herzlichst
Ihr
SONNENBLÜMLE

Wünsche einen schönen Tag und 
ein sonniges Grüssle vom Sonnenblümle!

Freitag, 17. April 2015

Überall blüht nun die Liebe

 ▪         SONNENBLÜMLE         








The Lilac Veil - Annie French





Überall blüht nun die Liebe,
Laß uns in die Gärten gehn,
Wo die kleinen frommen Primeln
Zärtlich schon in Paaren stehn.

In den Gärten, wo die Schritte
Und die Worte nicht mehr eilen,
Wo die Träume unter weißen süßen Bäumen
Wie in lauter Wolken weilen.

Viele kleine trunkne Vögel
Kommen dir ans Herz geflogen,
Sind vom Land, wo Honig fließt,
Mit der Sonne hergezogen.

Lausche mit versunknem Auge,
Meine Lippen wollen schwören.
Gib Erhörung meinen Lippen,
Meinem ewigjungen Sehnen
Gib Betören.


Max Dauthendey




© MKF


                        
Herzlichst
Ihr
SONNENBLÜMLE

Wünsche einen schönen Tag und 
ein sonniges Grüssle vom Sonnenblümle!

Donnerstag, 16. April 2015

Frühlingsbotschaft

 ▪    SONNENBLÜMLE    




Frühlingszeit, Zeit zu einer kleinen Wanderung.


Weiße Veilchen am Wegesrand

Ein Urig gewachsener Baum

Blausternfeld

Nach denen muss ich erst mal schauen, gab es jede Menge.


Und es Blüht und Grünt bei schönstem Frühjahrswetter!


Die Ewnteleich .....



Und Angst vor uns haben die keine..


Schön wars, leider hatte ich nur die Handycam.
Aber dafür tolles Wetter und gute Laune.
Ein schöner Frühjahrs Spaziergang.



Fotos © Monika Kreinbucher-Fritz

Frühlingsbotschaft

Leise zieht durch mein Gemüt 
Liebliches Geläute. 
Klinge, kleines Frühlingslied, 
Kling hinaus ins Weite.
Kling hinaus bis an das Haus, 
Wo die Veilchen sprießen! 
Wenn du eine Rose schaust, 
Sag, ich laß sie grüßen.


Heine, Heinrich 
(1797-1856)







© MKF



                        

Herzlichst
Ihr
SONNENBLÜMLE

Wünsche einen schönen Tag und 
ein sonniges Grüssle vom Sonnenblümle!