Sonntag, 14. Dezember 2014

Erdenglück

SONNENBLÜMLE






Wieland.

Christoph Martin Wieland, 
Gemälde von Anna Gerhardt (1941) nach Ferdinand Jagemann (1805), 
Gleimhaus Halberstadt.


CHRISTOPH MARTIN WIELAND


Erdenglück


An Chloe



Hüpfend, wie das Blut in deinen Adern, scherzet, 

Chloe, deine Seel ihr Dasein hin; 
Keine Ahndung ferner Übel schwärzet 
Deinen freien unbewölkten Sinn; 
Alles, deucht dir, ist wie deine Wangen 
Rosenrot; gleich Liebesgöttern hangen 
Tausend Hoffnungen, von brütender Begier 
Sanft entfaltet, gaukelnd über dir. 
Jeder Wunsch, der mit Vergnügen schmeichelt, 
Scheint dir schuldlos: du erfuhrst noch nicht 
Daß der Schmerz sich oft zu Wollust heuchelt, 
Und die Hoffnung stets zu viel verspricht. 



Ach! warum, o Chloe, sind's nur Träume, 

Wenn die Phantasie, mit eitler Schöpfungskraft, 
Goldne Welten um uns her erschafft? 
Lauter Lust, wohin das Auge gafft, 
Lauter Rosen, lauter Myrtenbäume; 
Göttertisch von Grazien gedeckt, 
Nektar aus Tokay in allen Flüssen, 
Schlaf auf Schwanen, den zu stillen Küssen 
Amor oft, die Sorge niemals, weckt; 
Lauter Feste, Tänze, frohe Spiele, 
Lauter Unschuld, Eintracht, Zärtlichkeit, 
Kurz, der Menschen ganze Lebenszeit 
Ein Gewebe lieblicher Gefühle - 
Welch ein Traum! - 



»Warum (so ruft, entzückt 

Von Nanett im kurzen Unterrocke, 
Tristram aus, indem des Mädchens schwarze Locke 
Sich im ungelernten Tanz entstrickt, 
Und ihr lächelnd Aug unwissend Liebe blickt) 
Ach! warum, du, dessen Wohlbehagen 
Unsre Freuden schafft und unsre Plagen, 
Kann nicht hier ein Mann sich in der Freude Schoß 
Niederlegen, tanzen, singen, und sein Pater sagen, 
Und gen Himmel mit Nanetten gehn?« 



Eitler Wunsch! vielleicht verzeihlich im Entstehn, 

Aber dem Gesetz der ernsten Weisheit - Sünde! 
Ein Verhängnis, dessen dunkle Gründe 
Wir vielleicht in bessern Welten sehn, 
Findt für diese Welt ein reines Glück zu schön, 
Mischt in jeden Tropfen Lust geschwinde 
Zwei von Bitterkeit, gefällt sich, (wie es scheint) 
Jede Hoffnung selbstgewählter Wonne, 
Wenn zu unsern Wünschen alles sich vereint, 
Plötzlich zu verwehn, erfindet jedem Morgen, 
Der uns Lust verhieß, unvorgesehne Sorgen, 
Gibt die Unschuld oft der Bosheit, dem Betrug 
Preis, und lohnt die Treu mit einem Aschenkrug. 



Chloe, hoffe nicht, daß innerhalb dem Kreise, 

Der den Erdball von dem Sternenfeld 
Trennt, die Wonn uns je ihr himmlisch Antlitz weise! 
Ach! sie sinkt nicht bis zur Unterwelt! 
Alle diese schönen Luftgesichte, 
Deren Name deine junge Brust 
Überwallend macht, sind bloße Schaugerichte, 
Leichte Träum unwesentlicher Lust! 
Freundschaft, Liebe! ach! euch lassen uns die Götter 
Nur von fern aus offnem Himmel sehn; 
Diesseits her versetzt, sind eure Früchte - Blätter, 
Die mit leerem Schmuck das Auge hintergehn!



Christoph Martin Wieland 
* 5. September 1733 in Oberholzheim bei Biberach an der Riß,
 † 20. Januar 1813 in Weimar, Sachsen-Weimar-Eisenach, 
 war ein deutscher Dichter, Übersetzer und Herausgeber zur Zeit der Aufklärung.

Wieland war einer der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung im deutschen Sprachgebiet und der Älteste des klassischen Viergestirns von Weimar, zu dem er neben Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller gezählt wurde.

-  Wieland, auch ein Schwabe.

WHO'S WHO Link

Vielleicht zum Fest - eine kleine Aufmerksamkeit? 

CHLOÉ 
- welch schöner Name und ein gutes Parfum

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Samstag, 13. Dezember 2014

HEINRICH HEINE

SONNENBLÜMLE







HEINRICH HEINE

Christian Johann Heinrich Heine
* 13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf, Herzogtum Berg,
† 17. Februar 1856 in Paris, war einer der bedeutendsten deutschen Dichter,

 Schriftsteller und Journalisten des 19. Jahrhunderts. (W)

Heine gilt als "letzter Dichter der Romantik".


Lebensfahrt

Ein Lachen und Singen! Es blitzen und gaukeln
Die Sonnenlichter. Die Wellen schaukeln
Den lustigen Kahn. Ich saß darin
Mit lieben Freunden und leichtem Sinn.

Der Kahn zerbrach in eitel Trümmer,
Die Freunde waren schlechte Schwimmer,
Sie gingen unter, im Vaterland;
Mich warf der Sturm an den Seinestrand.

Ich hab ein neues Schiff bestiegen, 
Mit neuen Genossen; es wogen und wiegen
Die fremden Fluten mich hin und her -
Wie fern die Heimat! Mein Herz wie schwer!

Und das ist wieder ein Singen und Lachen -
Es pfeift der Wind, die Planken krachen -
Am Himmel erlischt der letzte Stern -
Wie schwer mein Herz! Die Heimat wie fern!



Heinrich Heine



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Dienstag, 9. Dezember 2014

Weihnachtsmarkt

SONNENBLÜMLE




Gottfried Keller, Pastell von Ludmilla Assing, 2. Mai 1854.


Weihnachtsmarkt


Welch lustiger Wald um das graue Schloß
Hat sich zusammengefunden,
Ein grünes bewegliches Nadelgehölz,
Von keiner Wurzel gebunden!

Anstatt der warmen Sonne scheint
Das Rauschgold durch die Wipfel;
Hier backt man Kuchen, dort brät man Wurst,
Das Räuchlein zieht um die Gipfel.

Es ist ein fröhliches Leben im Wald,
Das Volk erfüllet die Räume;
Die nie mit Tränen ein Reis gepflanzt,
Die fällen am frohsten die Bäume.

Der eine kauft ein bescheidnes Gewächs
Zu überreichen Geschenken,
Der andre einen gewaltigen Strauch,
Drei Nüsse daran zu henken.

Dort feilscht um ein verkrüppeltes Reis
Ein Weib mit scharfen Waffen:
Der dünne Silberling soll zugleich
Den Baum und die Früchte verschaffen!

Mit glühender Nase schleppt der Lakai
Die schwere Tanne von hinnen,
Das Zöfchen trägt ein Leiterchen nach,
Zu ersteigen die grünen Zinnen.

Und kommt die Nacht, so singt der Wald
Und wiegt sich im Gaslichtscheine;[213]
Bang führt die arme Mutter ihr Kind
Vorüber dem Zauberhaine.

Einst sah ich einen Weihnachtsbaum:
Im düstern Bergesbanne
Stand eisbezuckert auf dem Granit
Die alte Wettertanne.

Und zwischen den Ästen waren schön
Die Sterne aufgegangen,
Am untersten Ast sah ich entsetzt
Die alte Schmidtin hangen.

Hell schien der Mond ihr ins Gesicht,
Das festlich still verkläret;
Weil sie auf der Welt sonst nichts besaß,
Hatte sie sich selbst bescheret.

Gottfried Keller

Aus: Sämtliche Werke in acht Bänden.


Gottfried Keller
1819 bis 1890

Gottfried Keller, Gemälde von Arnold Böcklin, 1899.



Weihnachtsmarkt:
Gebrannte Mandeln - Pfeffernüsse - Glühwein: STUTTGARTER WEIHNACHTSMARKT

Weihnachtsmarkt ULM

Gebrannte Mandeln oder Krokant - selber machen!

REZEPT
Zutaten:
• 100 g geschälte Mandeln
• 125 g Zucker
• 1 TL Zimt
• 1 TL Vanilleextrakt
• 20 g Butter

Zubereitung:
1. Wer gebrannte Mandeln machen will, lässt die Mandeln ganz, wer Krokant herstellen will, zerkleinert die geschälten Mandeln.

2. Die Butter in einer Pfanne heiß werden lassen.

3. Den Zucker dazugeben und schmelzen (karamellisieren) lassen.

4. Zimt und Vanilleextrakt* hinzugeben.

5. Wenn die Masse geschmolzen ist, die Mandeln hinzugeben, 
kurz umrühren, alles auf Backpapier geben und trocknen lassen.

6. Wer gebrannte Mandeln will, kann diese danach leicht auseinander brechen. Wer Kokrant will, kann die Masse in einen großen Tiefkühlbeutel geben und so oft mit einem Nudelholz rüberrollen, bis die gewünschte Größe erreicht ist.


Tipps:
• Der Zucker darf nicht zu lange in der Pfanne karamellisieren, sonst bekommt das Karamell einen bitteren Nachgeschmack. Eine leichte goldbraune Färbung des Zuckers reicht aus.

Alternativen:
• Statt des Vanilleextrakts kann auch eine richtige Vanilleschote ausgehölt werden.
• Der Zimt kann auch weggelassen werden.
• Wer statt Krokant Karamell machen will, gibt nach Schritt 5 etwas Sahne hinzu. 

Je mehr Sahne, desto weicher wird das Karamell. Am besten mit 2-3 Esslöffeln Sahne anfangen, dann je nach gewünschter Festigkeit mehr hinzugeben. Wer einen extremen Zuckerschock will, kann statt Sahne auch Kondensmilch nehmen.


Statt Mandeln können auch alle anderen Nussarten auf diese Art zu Krokant verarbeitet werden.



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Sonntag, 7. Dezember 2014

AM BETTE EINES KINDES

SONNENBLÜMLE




Wiege sie sanft, o Schlaf, die holde Kleine. 
Durch die zarte Verhüllung deines Schleiers 
Lächelt sie: So lächelt die Rose still durch
Abendgedüfte.

Wiege sie sanft und lege deinem Bruder
Sie, dem ernsteren, leise in die Arme,
Ihm, durch dessen dichteren Schleier uns kein
Lächeln mehr schimmert!

Denn mit gezücktem Dolche harrt der Kummer
An der seligen Kindheit Pforte meines 
Lieblings, wo der Friede sie scheidend küßt und
Schwindet auf immer.

Nikolaus Lenau






NIKOLAUS LENAU

Nikolaus Lenau
Österreichischer Schriftsteller des Biedermeier,
* 13. August 1802 in Csatád im Banat, Königreich Ungarn (heute Lenauheim in Rumänien)
† 22. August 1850 in Oberdöbling, heute ein Stadtteil Wiens. ( LINK )



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Samstag, 6. Dezember 2014

HERBST

SONNENBLÜMLE




Odilon Redon


Herbst

Und nun: der Wind geht hohl und schwer,
in weißen Wogen schäumt das Meer -
nun ist der Herbst gekommen
und hat vom Feld den Morgentau
und hat das letzte Stückchen Blau
vom Himmel weggenommen.

Und nun fahr hin! - Es rauscht und zieht
durch dunkle Luft ein dunkles Lied;
ich mag nicht ruhn und träumen.
Ich liege wach die ganze Nacht
und horche auf die heiße Schlacht,
das Stöhnen in den Bäumen.

Und nun fahr hin. Das war ein Jahr,
so früchtereif, so freudenklar . . .
nun laß die Blätter treiben.
Fahr hin! Die Saat von deiner Hand,
die Ernte, die in Halmen stand,
muß doch mein eigen bleiben.


Clara Müller-Jahnke


Clara Müller-Jahnke
(deutsche Dichterin, Journalistin und Frauenrechtlerin)
* 5. Februar 1860 in Lenzen, Kreis Belgard
† 4. November 1905 in Wilhelmshagen bei Berlin  (Link )




Ein schönes Wochenende.
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